Warum Schraubprozesse gesundheitlich belasten können
Beim Abschaltvorgang eines handgehaltenen Schraubwerkzeugs entsteht ein mehr oder weniger hohes Gegenmoment, das auf Handgelenk und Unterarm wirkt.
Besonders betroffen sind:
- kontinuierlich drehende Schraubwerkzeuge, z.B. Abschaltschrauber, EC-Schraubsysteme
- mehrfach kurz hintereinander, wiederholte Verschraubungen,
- Arbeitsplätze mit hohen Stück-/Verschraubungszahlen pro Schicht.
Auch bei vermeintlich geringen Drehmomenten entsteht ein ruckartiges Abbremsen. Passiert dies zig- oder hunderte Male pro Schicht, kann es zu Überbeanspruchungen kommen – häufig äußert es sich als:
- Sehnenreizungen
- Muskelüberlastungen
- Beschwerden im Handgelenk
- längerfristige Ausfallzeiten der Mitarbeitenden
Arbeitsschutz: Welche Grenzwerte sollten berücksichtigt werden?
Für handgehaltene Schraubwerkzeuge existieren klare praktische Empfehlungen und Grenzbereiche, wenn keine Abstützung oder Führung eingesetzt wird:
Werkzeugtyp | Empfehlung ohne Abstützung |
|---|---|
Stabschrauber | bis 2,5 Nm (Damen), bis 3,5 Nm (Herren) |
Pistolenschrauber | bis max. 8 Nm, einmalig, ohne Zusatzgriff |
Winkelschrauber | bis max. 50 Nm ohne Gegenhalter |
Sobald höhere Drehmomente gefordert sind oder überdurchschnittlich häufig verschraubt werden muss, sollte aus Arbeitsschutzsicht unbedingt eine Abstützung eingeplant werden.
Wie Drehmomenstützen Belastungen wirksam reduzieren
Eine geeignete Abstützung verhindert, dass das Reaktionsmoment auf den Werker wirkt.
Für Stabschrauber bietet sich z. B. die EasyLinearfix-Serie, die Drehmomententlastungsarme von HST an.
Für Pistolen oder Winkelschrauber können Carbon-Drehmoment-Entlastungsarme oder direkt am Werkzeug befestigte Gegenhalter zum Einsatz kommen.
Vorteile für Mitarbeitende und Prozesssicherheit
- Kein Kraftaufwand beim Positionieren des Werkzeugs
- Wiederholgenaues, gerades Ansetzen – verbessert die Schraubqualität
- Weniger Nacharbeit, stabilere Prozesszeiten
- Nach kurzer Eingewöhnung meist spürbare Reduktion der Montagezeit
- Weniger Ermüdung, deutlich höhere Ergonomie und Motivation
Ergebnis: Weniger Personalausfälle, höhere Qualität, niedrigere Montagekosten
Durch den Einsatz geeigneter Abstützungen und ergonomischer Schraubtechnik lassen sich:
- krankheitsbedingte Ausfallzeiten reduzieren,
- Belastungen für Mitarbeitende nachhaltig senken,
- Qualität und Prozesssicherheit steigern,
- Montagekosten messbar reduzieren.
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Gerne unterstützen wir Sie bei der Analyse Ihres Montageprozesses, der Auswahl geeigneter Abstützlösungen und der ergonomischen Optimierung Ihrer Schraubarbeitsplätze.
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