HS-Technik

Doppelte Sensorik bei EC-Schraubern – halbe TCO?

Schraubverbindungen müssen sitzen – und zwar zuverlässig, reproduzierbar und nachweisbar.  In der Praxis bedeutet das oft: mehr Kontrollen, mehr Prüfaufwand bei Werkzeugen, mehr Administration. Hohe Kosten. Was, wenn die Werkzeugtechnik selbst einen Teil dieser Prüfaufgaben übernimmt und damit Prüfkosten sowie Ausfallzeiten reduziert? 

Auch EC-Schrauber unterliegen regelmässigen Prüfzyklen! 

Selbst Sensor-gesteuerte Schraubsysteme müssen regelmässig geprüft werden. Denn auch sie zeigen gelegentlich Abweichungen oder sensorseitige Ausfälle. Bei sehr kritischen Anwendungen wird deshalb häufig eine hohe Prüf und Wiederholungsfrequenz verlangt – mit folgenden Folgen: 

  • Hohe personelle Prüfaufwände und Kosten im Prüfwesen 
  • Werkzeuge werden kurzfristig aus der Fertigung genommen → Stillstandszeiten 
  • Externe Analysen oder Laborprüfungen werden notwendig → Zusatzkosten 

Technische Redundanz als Lösung:  

Die TorqBee EC2Serie setzt auf echte Redundanz: zwei unabhängig  Messsysteme arbeiten in jedem handgehaltenem AkkuSchrauber. 

  • Rotierender Drehmomentaufnehmer (auf der Abtriebsseite): fungiert als Master, steuert den Anzugsverlauf und überträgt die Kraft präzise auf die Verbindung. 
  • Statischer Drehmomentaufnehmer (hinter dem Getriebe): überwacht in Echtzeit die Ergebnisse des rotierenden Aufnehmers und erkennt Abweichungen oder Ausfälle des Masters. 

Beide Sensoren nutzen unterschiedliche, klar getrennte Technologien – echte Redundanz nach dem Prinzip, das z. B. im Kraftwerksbau gefordert wird.  Das erhöht die Prozesssicherheit entscheidend. 

Konkrete Vorteile für Montage, Qualität und Einkauf 

  • Zulassung für Anzugsklasse A, B, C nach VDI/VDE 2862 Blatt 1 & 2 
  • Höchstmögliche Absicherung gegen Versagen des Mastermesssystems: Weniger ungeplante Nacharbeiten und Reklamationen. 
  • Deutliche Reduzierung der Prüfhäufigkeit möglich: Durch die technische Redundanz können wiederkehrende Kontrollen seltener und zielgerichteter erfolgen – direkte Einsparung von Prüfzeit und Personalkosten. 
  • Intuitive Parametrierung via kostenfreie ToolManagerSoftware: Minimierter Aufwand für Inbetriebnahme und Änderungen. 
  • Umfangreiche Dokumentation im Werkzeug: Bis zu 150.000 Messwerte und Graphen beider Sensoren – für Audit, RootCauseAnalysen und Nachweisführung. 
  • Netzwerkfähigkeit (WLAN) und optionale Barcodereader: Automatische Programmauswahl, Auftragszuordnung und zentrale Auswertung – weniger Fehler durch manuelle Eingaben. 
  • Hohe Prozessfähigkeit: Präzision 7% bei Cm>2,0/Cmk>1,67 nach VDI/VDE 2645 Blatt 2, jedes Tool mit einzelner Maschinenfähigkeitsuntersuchung – geprüft und dokumentiert vor Versand. 
Hst journal doppelte sensorik bei ec-schraubern  - - hs-technik
Hst journal doppelte sensorik bei ec-schraubern  - - hs-technik

Einsparpotenzial prüfen: Ein einfaches Beispiel (illustrativ) 

Annahme: Prüfzeit pro Werkzeug/Schicht = 10 min; Kosten Prüfpersonal inkl. Nebenaufwand = 45 €/h → 7,50 € pro Prüfung. 

  • Bei 10 Werkzeugen, 1 Prüfung pro Schicht, 2 Schichten/Tag, 250 Arbeitstage → jährliche Prüfkosten ≈ 37.500 €. 
    Wird die Prüf­häufigkeit dank technischer Redundanz z. B. halbiert, ergibt das eine Einsparung von ~18.750 €/Jahr allein bei Prüfpersonal — ganz zu schweigen von weniger Werkzeugausfällen, geringeren Nacharbeiten und Einsparungen bei externen Prüfungen. 
    Diese Zahlen sind exemplarisch. Konkrete Einsparungen hängen von Ihren Prüfzyklen, Personalkosten, Anzahl Werkzeuge und Ausfallkosten ab. Ein kurzfristiger Testlauf liefert belastbare Daten für Ihre ROIRechnung. 

Unsere Empfehlung für Entscheidungsträger 

  1. Schnittstellen abklären: QA definiert die Prüfanforderungen an das Werkzeug, Montage prüft Integration und Handhabung, Einkauf bewertet Total Cost of Ownership (Anschaffung vs. Einsparungen). 
  2. Pilotversuch: Einen oder mehrere TorqBeeEC2Werkzeuge in einer repräsentativen Montagelinie testen (Dauer z. B. 4–8 Wochen). Messen: Prüfzeit, Ausfallquote, Nacharbeitsraten, Zykluszeiten. 
  3. Analyse & Anpassung: Messergebnisse aus ToolManager/Netzwerk auswerten, Prüfintervalle neu definieren, Einsparpotenzial hochrechnen. 
  4. Rollout und Dokumentation: Genutzte Prozessparameter und Messergebnisse als Nachweis für Audit und Lieferantenqualifizierung verwenden. 
Hst journal doppelte sensorik bei ec-schraubern  - - hs-technik

NOK-Beispiel eines EC2, rote Kurven entsprechen den beiden Sensoren

Hst journal doppelte sensorik bei ec-schraubern  - - hs-technik

OK-Beispiel eines EC2, rote Kurven entsprechen den beiden Sensoren.

 
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Beispiel Programmeinstellung im Toolmanager

 

Fazit 
Technische Redundanz der Sensorik am EC-Schraubsystem bietet einen pragmatischen Hebel, um Prüfkosten zu senken, die Prozesssicherheit zu erhöhen und Ausfallzeiten zu reduzieren. Für Montageleiter, Qualitätsverantwortliche und Einkäufer ist die TorqBee EC2Serie deshalb ein interessantes Lösungskonzept: weniger Prüfaufwand, bessere Datenlage und nachweisbare Präzision. Gerade bei hoher Anzahl von Verschraubungen pro Tag.