HS-Technik

Effiziente Maschinenfähigkeitsprüfung in der Schraubtechnik:

Wie Qualitätssicherung und Montage Kosten senken und Prozesssicherheit steigern

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Unternehmen aus Qualitätssicherung (QS) und Montage stehen zunehmend vor dem gleichen Problem: Steigende Prüfkosten für Schraubwerkzeuge. Externe Partner oder Lieferanten führen Maschinenfähigkeitsprüfungen oft direkt vor Ort durch – die Folge sind jährliche Prüfkosten im Bereich mehrerer tausend Franken, selbst bei wenigen einfachen Abschaltschraubern. Gleichzeitig steigt der Druck, Normkonformität, Reproduzierbarkeit und Prozesssicherheit sicherzustellen.

Dieser Artikel zeigt, wie QS-Verantwortliche und Montageleiter ihre Prüfprozesse optimieren, Kosten senken und gleichzeitig die Qualität steigern können.

1. Externe Schraubwerkzeugprüfungen: Warum die Kosten steigen

Akkreditierte Dienstleister liefern normkonforme Prüfungen – jedoch unterscheiden sich Prüfumfang, Methoden und Preisstruktur stark. Für viele Unternehmen bedeutet dies:

  • Hohe jährliche Kosten
  • Abhängigkeit von externen Terminen
  • Eingeschränkte Flexibilität in QS und Montage

Gerade für klein- und mittelständische Unternehmen lohnt sich ein genauer Vergleich, da immer mehr qualifizierte Anbieter und Werkzeuglieferanten eigene Prüfkompetenzen aufbauen.

2. Selbst Maschinenfähigkeitsprüfung durchführen: Flexibel, normkonform und kosteneffizient

Eine zunehmend beliebte Alternative ist die interne Maschinenfähigkeitsprüfung (MFU). Sie bietet insbesondere für QS und Montage mehrere Vorteile:

  • Deutliche Kostensenkung
  • Mehr Flexibilität bei Prüfintervallen
  • Direkter Erkenntnisgewinn über Montageprozesse und Schraubverbindungen
  • Schnellere Reaktion bei Prozessabweichungen

Wie bleibt man dabei richtlinienkonform?

Die Vorgehensweise orientiert sich an den Anforderungen der VDI/VDE 2645 Blatt 2.

Schritte zur internen, normgerechten Prüfung:

  1. Passenden Drehmoment-/Drehwinkelsensor auswählen
    Ein rotierender Messwertsensor ermöglicht präzise Messungen direkt am Schraubfall.
  2. Werkzeug auf den realen Schraubfall einstellen
    Die Prüfung erfolgt auf Basis der tatsächlichen Montagebedingungen – ein zentraler Faktor für die Prozessfähigkeit.
  3. Regelmäßige Überprüfung durchführen
    • Direkt an der realen Schraubverbindung
    • Oder mithilfe eines validierten Schraubfallsimulators
      Dadurch bleiben QS und Montage jederzeit prüffähig.
  4. Digitale Dokumentation und Audit-Sicherheit
    Moderne Messsoftware erstellt automatisch strukturierte Prüfprotokolle im Firmenlayout – perfekt für interne und externe Audits.

3. Mehr als nur Fähigkeitstest: Wertvolle Analysen für QS und Montage

Mit rotierenden Drehmoment-/Drehwinkelsensoren lassen sich Z.B. neben der Maschinenfähigkeitsprüfung viele weitere, für QS und Montage hochrelevante Analysen durchführen:

  • Abreißversuche
  • Ermittlung von Lösemomenten
  • Prüfung des Residualmoments
  • Validierung der Schraubfallauslegung
  • Früherkennung von Störungen im Montageprozess

Diese Messungen liefern tiefere Einblicke in Prozessabweichungen, Werkzeugverhalten und Schraubstellenqualität – ein klarer Mehrwert für jede Produktionslinie.

4. Fazit für Qualitätssicherung und Montage

Die interne Maschinenfähigkeitsprüfung bietet Unternehmen die Möglichkeit, Qualität zu steigern, Kosten zu reduzieren und Montageprozesse datenbasiert zu optimieren. Für QS-Manager und Montageleiter ist sie ein effizientes Instrument, um:

  • Prüfkosten nachhaltig zu senken
  • Werkzeuge flexibel und jederzeit zu überprüfen
  • Auditfähigkeit permanent sicherzustellen
  • Schraubprozesse langfristig stabiler auszulegen

Wer tiefer einsteigen möchte, sollte einen Blick in die VDI/VDE 2645 Blatt 2 werfen – die zentrale Richtlinie zur Prüfung unterschiedlicher Schraubwerkzeugarten.